Anke Hofmann und Carsten Gereke sind in diesem Herbst bei den Marathon Majors gestartet - das ist immer eine besondere Erfahrung! Wir gratulieren und freuen uns, dass Anke und Carsten als erfolgreiche Finisher in Sydney und Berlin dabei waren und hier als unsere OTV-Stars von ihren Erlebnissen berichten:
Der Lauf der Sterne. Ein Bericht von den Marathon Majors aus Sydney
(von Anke Hofmann)
Jeder marathonbegeisterte Läufer kennt sie, die Six Star Majors. Was die Seven Summits für Bergsteiger sind, das sind die Majors für Läufer. New York, Boston, Chicago, Berlin, London und Tokio. Es sind die vielleicht bekanntesten und beliebtesten Marathons weltweit. Mir fielen die riesigen Medaillen der Six Star Absolventen erstmals an den Hälsen einiger Finisher des Boston Marathons auf, den ich 2019 gelaufen bin. Warum hatten manche Läufer zwei Medaillen bekommen und ich nur eine? Nachdem mich einer der überglücklichen Finisher über die Majors aufgeklärt hatte, wusste ich sofort, das möchte ich auch erreichen,
Zum Glück darf man alle seit 2006 erfolgreich absolvierten Marathons der Majors auch rückwirkend in die Wertung aufnehmen lassen und somit konnte ich mir die schon in den Vorjahren gelaufenen Berlin, New York und Chicago Marathons sofort anrechnen lassen. Seit 2016 steht die Challenge allen Amateurtläufern offen. 2023 durfte ich mir dann auch ebenfalls die Six Majors Medaille in Tokio überglücklich umhängen!
Aber wie das so ist, the race musst go on. Dieses Jahr wurde nun auch Sydney akkreditiert und die 6 Stars werden voraussichtlich in den nächsten Jahren zu 9 Stars werden. Kapstadt und Shanghai sind die nächsten Kandidaten, um alle Kontinente in die Challenge aufzunehmen. Sydney stand also nun an…
Am 31.8.25 war es soweit. Um 4 Uhr aus dem Bett, den Jetlag und keinen Schlaf in der letzten Nacht in den Beinen, um um 6:45 in meinem Startblock zu stehen… Australier sind früh wach und gehen früh ins Bett. Die Stadt, die Menschen, die Organisation, das Wetter mit blauem wolkenlosem Himmel und Sonnenschein, alles war perfekt. Die mitgebrachte wärmende alte Jacke und Hose kamen kurz vor dem Start in eine Sammeltonne, die später an Bedürftige weitergegeben wurden.
Der Startschuss fiel für jede der Startwellen pünktlich und 35.000 Läuferinnen und Läufer begaben sich auf einen anspruchsvollen Kurs, der an keiner Stelle flach wurde und insgesamt 400 hm aufwies - aber die Stimmung am Straßenrand, das Wetter, die wunderschönen Highlights an der Strecke haben die Anstrengung leichter werden lassen. Australier sind sportbegeistert. Und all das genau an meinem 35. Hochzeitstag inklusive des Dopings eines erneuten Heiratsantrages meine Mannes.
Bei strahlendem Sonnenschein lief ich ziemlich berührt mit Blick auf das glitzernde Wasser und vor mir die ikonische Sydney Oper in 4:47 h durchs Ziel. Der 7. Stern samt der Endophine gehörten mir! Ich war eine der 36 deutschen Frauen (von insgesamt 126 deutschen Finishern ) und ca eine von 1000 weltweit, die die 7 Stars in Sydney erreicht haben.
Ein Tipp: Als Vorbereitung für das anspruchsvolle Höhenprofil (wie auch in Boston) hat sich das regelmäßige Training im Grafenberger Wald drei Monate vor dem Marathon bewährt. Auch der wirklich schöne, aber anstrengende Halbmarathon an der Sengbachtalsperre mit 400 Höhenmetern (2h12min) mit drei weiteren LäuferInnen aus unserem Verein war ein gutes Training und eine gute Generalprobe.
Ein Rennen für die Sterne: Vom Marathon Major aus Berlin
(von Carsten Gereke)
Drei Wochen später war ich beim sommerlichen 51. Berlin-Marathon mit 55.146 Startern erfolgreich dabei. Beim ersten Start um 9:15 Uhr waren es bereits 20 Grad. Das hielt den Favoriten Sabastian Sawe nicht davon ab, die erste Hälfte in Weltrekord-Tempo zu absolvieren. Obwohl er auf der 2. Hälfte etwa zwei Minuten langsamer lief, gewann er mit deutlichem Abstand in neuer Warmwetter-Weltrekord-Zeit von 2:02:16 h bei 27,6 Grad.
Die Wärme machte also nicht nur der Elite zu schaffen, auch ich ging es daher dieses Jahr etwas langsamer an. So konnte ich mich im Ziel zu den 48.020 glücklichen Finishern mit einer Zeit von 3:43:28h zählen. In meiner Altersklasse belegte ich damit den 349. Platz von 2.397 Teilnehmern. Damit hat sich das Training mit unserer Trainingsgruppe im Sommer doch ausgezahlt.
PS: Carsten bevorzugt es, in diesem Jahr die Trainings auf Tage mit Extrem-Regen und Sturm zu legen. Da kommen solche 27,6 Grad schon überraschend. Ich bin sicher, dass er trotzdem noch die fehlenden Sterne einsammelt! Da hat sich Anke besser vorbereitet, als wir sie mit (gefühlt) mehreren Litern Flüssigkeit an einem der wärmsten Samstage des Sommers bei ihrem "langen Lauf" bei Haus Meer trafen. Damit Anke und Carsten nicht langweilig wird: es ist schon fest in der Planung, die Marathon World Majors noch um zwei weitere Orte zu erweitern.
(von Jürgen)




