125 Jahre Osterather Turnverein

Der Osterather Turnverein hat auf der Sportanlage „Am Krähenacker“ in Osterath seinen 125. Geburtstag nachgefeiert. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und die Bürgermeisterin der Stadt Meerbusch, Angelika Mielke-Westerlage, gratulierten dem OTV zum 125-jährigen Bestehen und hoben seine besondere sportliche und gesellschaftliche Stellung in der Region hervor.

Im Rahmen der Festlichkeiten ehrten die Politiker*innen zahlreiche Meerbuscher Sportler*innen. Nach den Glückwunschen aus Politik und den Vorstandsriegen etlicher Meerbuscher Vereine blickte der erste Vorsitzende des OTV, Peter Dietz, vor den etwa 700 Gästen die lebendige Geschichte des Vereins zurück. Auf dem Rasenplatz der Sportanlage zeigten Sportler*innen die Sportarten des OTV: Vorführungen in Badminton, Handball, Judo und anderen Sportarten luden Besucher zum Mitmachen ein. Für Kinder gab es einen Geschicklichkeitsparcours, eine Hüpfburg und mit verschiedenen Kinderfahrzeugen wurde zum Rennen über die 400-Meter-Laufbahn angetreten.

Im Festzelt trat die Berliner Artistengruppe "Tridcolus" mit einer Bühnenshow auf und begeisterte das Publikum. Die lokale Band "The Mersey Boys" sorgte mit eienr Mischung aus selbstgeschriebenen und gecoverten Songs für die musikalische Untermalung. Als besonders Highlight hatte der Verein eine große LED-Wand aufgebaut und übertrug das WM-Spiel Deutschland gegen Schweden live. Nach dem Sieg der Nationalmannschaft feierten die Gäste noch bis tief in die Nacht.

1893 - Gründung des Vereins

Schon lange wurde in Osterath der Gedanke gehegt, einen Sportverein zu gründen. Es war die Hochzeit der deutschen Turnvereine: Begründet durch "Turnvater" Friedrich Ludwig Jahn 1807, kam eine regelrechte Turnerwelle über das deutsche Reich. Anfänglich noch wegen der Bestrebungen vieler Turner zum deutschen Nationalstaat von vielen Landesfürsten geächtet und vielerorts verboten, schoss die Zahl der Turnvereine Mitte des 19. Jahrhunderts in die Höhe. So auch im kleinen Ort Osterath: Nachdem dort zunächst die Schüler*innen auf dem Spielplatz der Osterather Schule nach Anleitung trainierten, keimten bei vielen der Wunsch nach einem eigenen Turnverein.

Am 7. Mai 1893 brachte Herr Bendix den offenbar schon längst gehegten Gedanken zum Ausdruck, was unter einigen jungen Leuten lebhaften Beifall fand. Es wurde deshalb beschlossen, am Donnerstag den 11. Mai, vormittags um 11 Uhr bei Wirt Abelen eine Vorversammlung einzuberufen und die Angelegenheit einer näheren Untersuchung zu unterziehen. Wie erwünscht ein Turnverein in Osterath ist, zeigt die Tatsache, dass bereits zur Vorversammlung vom 11. Mai schon 15 Interessenten erschienen. Herr Bendix, welcher eine Liste formulierte und dieser einen ausführlichen Bericht über Zweck und Ziel eines Turnvereins beifügte, erläuterte die ganze Angelegenheit in einer solchen Art und Weise, dass sich sämtliche 15 Anwesenden sofort in die Liste einzeichneten.

Es wurde beschlossen, den neuen Verein mit der offiziellen Bezeichnung "Osterather Turnverein" bei der "Deutschen Turnerschaft" und dem "rheinischen Gaue" anzumelden. Nachdem man einstimmig den Beschluss gefasst hatte, Bürgermeister Rüsing zum Ehrenmitglied zu ernennen, wurde die Versammlung nach über zwei Stunden mit einem dreimaligen "Gut Heil" geschlossen. Der Osterather Turnverein war gegründet.